Ulbroka-Relais auf 9290 kHz vorerst vorbei
Die auch bei zahlreichen deutschen Free-Radio-Projekten beliebten Relais über den 100-kW-Sender in Ulbroka (Lettland) sind erst einmal Geschichte. Im Mai hatte der Sendezeitmakler Krebs TV angekündigt, dass ab Juni die Sendeanlage in der Nähe von Riga technisch überholt werden müsse. Radio Caroline Eifel (25., 27. und 28. Mai) und Radio Joystick (28. Mai) waren die letzten beiden deutschen Stationen, die auf 9290 kHz zu hören waren.
Neuer Inhaber einer offiziellen und - anders als bei Krebs TV - dauerhaften Lizenz für kommerzielle Kurzwellensendungen aus Lettland soll laut eigener Aussage Radio Neptun International (RNI) sein. Deren Website www.rni.fm kündigt die Wiederaufnahme täglicher Sendungen für Ende 2006 an. Interessenten, die Sendezeit anmieten wollen, können sich per E-Mail melden. Auf den beiden mp3-Webstreams von RNI laufen zurzeit ein Nonstop-Oldies-Kanal und World Bible Radio.
Koning Keizer Admiraal: 10.000 Euro Bußgeld
Wie das niederländische Online-Magazin etherpirateninfo.nl berichtet, hat sich der Widerspruch des UKW-Piraten Koning Keizer Admiraal (KKA) gegen den Bußgeldbescheid der deutschen Bundesnetzagentur gelohnt: Statt der geforderten 53.500 Euro muss das in den Niederlanden beheimatete Piraten-Team nach Überprüfung durch das Amtsgericht Bonn nun 10.000 Euro bezahlen. Für die 25-köpfige Truppe bedeutet dies 400 Euro pro Mann – eine bezahlbare Summe. Dennoch handelt es sich um die bislang höchste in Deutschland verhängte Geldbuße für Schwarzfunkerei. KKA hatte im Dezember 2004 mehrere Tage auf 97.0 MHz unmittelbar an der Grenze bei Gildehaus (Niedersachsen) gesendet. Das Signal des zehn Kilowatt starken Senders und der mehr als hundert Meter hohe Mast hatten seinerzeit viel Aufsehen erregt. (Foto: KKA-Sendemast)
Ausstellung zeigt DDR-Piratensender
Zwischen 1966 und 1969 soll der Sender Freies Paunsdorf in der Gegend um Leipzig Programme mit Pop und Beat ausgestrahlt haben. Die von Schülern betriebene Station war dabei angeblich in den Pausen des Deutschen Soldatensender auf Mittelwelle 935 kHz lokal zu hören. Der aus einem Telegrafiegerät umgebaute Sender ist nun ein Exponat der Ausstellung "Rock!" zur Jugendkultur in der DDR, die bis zum 15. Oktober 2006 im Haus der Geschichte (Willy-Brandt-Allee 14, 53113 Bonn) gezeigt wird (Di bis So 9-19 Uhr, Eintritt frei). Ein mit der Schwarzfunkerei nicht unerfahrener Besucher hält freilich weder das Exponat noch die ganze Geschichte für echt. Der Sender Freies Paunsdorf war zuvor ausführlich in der MDR-Fernsehdokumentarreihe "Damals in der DDR" beschrieben worden. (Foto: Plakat zur Ausstellung "Rock!")
SRS-Maildrop in Ytterby schließt
Der bekannte "Maildrop"-Dienst vom Swedish Report Service (SRS) in Ytterby zog sich zurück, wenngleich in Raten: Einige wenige Bestandskunden durften noch bis zum 1. Juli 2007 die Kontaktanschrift des schwedischen SRS nutzen, darunter die deutschen Projekte Radio RTN, Radio Enterhaken und Lord Radio. Radio RTN ist mittlerweile zum Kontaktdienst von SRS Deutschland gewechselt: Postfach 101145, 99801 Eisenach.